Liebe Abiturientinnen und Abiturienten,
liebe Studieninteressentinnen und –interessenten,


um einen Studienplatz für Rechtswissenschaft „erste Prüfung“ (das ist der Hauptstudiengang, der früher „Staatsexamen“ hieß) in Köln zu erhalten, müssen Sie sich beim Studierendensekretariat in einem örtlichen Zulassungsverfahren fristgerecht bewerben. Insgesamt 80% unserer Studienanfänger werden nach der Abitur-Durchschnittsnote ausgewählt („numerus clausus“). Ihr Wohnort oder sonstige Kriterien, von deren Einfluss Ihnen vielleicht Ihre Eltern oder ältere Geschwister berichten, spielen keine Rolle mehr. Die restlichen 20% der Plätze werden aufgrund der Wartezeit der Bewerberinnen und Bewerber auf einen Studienplatz vergeben. Sie können den Studiengang Rechtswissenschaft in Köln zu jedem Winter- und zu jedem Sommersemester beginnen. Zum Winter werden ca. zwei Drittel, zum Sommer ein Drittel der jährlich zur Verfügung stehenden Plätze vergeben. Erfahrungsgemäß übersteigt die Bewerberzahl zum Winter diejenige zum Sommer allerdings um mehr als das Doppelte. Nur zum Wintersemester beginnen unsere binationalen Studiengänge, für die übrigens ein zusätzliches Auswahlverfahren vorgesehen ist.

Wir machen Ihnen nichts vor. Ja, die Universität zu Köln ist groß; die Rechtswissenschaftliche Fakultät allein hat so viele Studierende wie manche kleine Universität: Insgesamt etwa 5000, davon befinden sich rund zwei Drittel im Studiengang erste Prüfung, die übrigen promovieren oder besuchen z.B. Aufbaustudiengänge. Lassen Sie sich aber von Begriffen wie „Massenuniversität“ nicht bange machen. Hohe Studierendenzahlen sind nicht per se nachteilig, wenn ihnen entsprechende Ressourcen, engagierte Lehrende und gute Organisation gegenüberstehen. Ich glaube sagen zu dürfen, dass Sie dies bei uns vorfinden.

Die Rechtswissenschaftliche Fakultät ist nämlich auf hohe Studierenden- und Anfangssemesterzahlen seit langem eingestellt. Sie ist eine leistungsstarke Fakultät mit 40 Professorinnen und Professoren, die von zahlreichen Wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Forschung und Lehre unterstützt werden (ca. 90 Vollzeitstellen). Sie hat eine gut funktionierende interne Verwaltung, ein engagiertes Studien- und Karriereberatungszentrum und eine effiziente Prüfungsverwaltung.

Außerdem können wir Ihnen gerade als große Fakultät noch einige Extras bieten:
Ein weltweit vernetztes Zentrum für internationale Beziehungen, eine der im bundesweiten Vergleich größten Auswahl an verschiedenen Schwerpunktbereichen, das CENTRAL, das u.a. hervorragende Veranstaltungen zum Erwerb von Schlüsselqualifikationen gewährleistet, ein umfangreiches Angebot zum Erwerb von fachspezifischen Fremdsprachenkenntnissen bis hin zu einem Zertifikatsprogramm zum US-amerikanischen Recht, einen sehr renommierten Examens- und Klausurenkurs und, und, und.

Ihren Austausch mit Professoren, Mitarbeitern, Kommilitonen, aber auch mit Alumni oder Praktikern fördern viele Sonderveranstaltungen außerhalb des Lehrplans. Hierzu gehören interessante Fachvorträge ebenso wie das Sommerfest oder das alljährlich stattfindende Fußballturnier unserer Fakultät.

Allerdings: Ein klein wenig Eigeninitiative müssen Sie schon mitbringen, wenn Sie sich diese Angebote zunutze machen wollen. Wir nehmen Sie an die Hand, aber laufen müssen Sie selbst. Das mag uns von der einen oder anderen kleineren (insbesondere privaten) Fakultät unterscheiden. Wir halten die Anleitung zur Selbständigkeit allerdings nicht für einen Nachteil…aber entscheiden Sie selbst!

Übrigens – die immer wieder als Schlagwort genannte „Betreuungsrelation“ hängt nicht allein von der Zahl der Studierenden ab:  Wenn man darunter die Bezugsgröße zwischen Lehrpersonal (Professoren und Wissenschaftlichen Mitarbeitern) und Studierenden (die sich in der Regelstudienzeit des jeweiligen Faches befinden) versteht, unterscheidet sie sich an allen Rechtswissenschaftlichen Fakultäten nur wenig, denn sie ist im Wesentlichen rechtlich vorgegeben – je mehr Lehrpersonal eine Fakultät hat, desto mehr Erstsemesterplätze stellt sie pro Jahr bereit.

Zurück nach Köln: Meine Fakultät hat sich bereit erklärt, zugunsten der starken Jahrgänge mehr Studienanfänger aufzunehmen; dabei wird sie durch den von Bund und Land finanzierten Hochschulpakt 2020 unterstützt. Hieraus und aus sog. Qualitätsverbesserungsmitteln – die vom Land NRW anstelle der früheren Studienbeiträge bereitgestellt werden – hat sie die Zahl der Lehrenden um etwa 10 % erhöht.

Das versetzt uns u.a. seit Jahren in die Lage, alle Pflichtvorlesungen, die im Winter für das erste und im Sommer darauf aufbauend für das zweite Fachsemester vorgesehen sind, doppelt anzubieten.

Die Vorlesungen des Grundstudiums werden ganz überwiegend von Fachtutorien, sog. Arbeitsgemeinschaften, begleitet und sind mit ihnen z.T. eng verzahnt. Geleitet werden diese Kleingruppen hauptsächlich von den Wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus unseren Lehrstühlen, aber auch von  Praktikern aus Justiz, Verwaltung und Anwaltschaft. Wir müssen uns gar nicht übermäßig anstrengen, um Anfängern insoweit ein Programm zu bieten, das seinesgleichen sucht, denn wir haben die Zahl der Arbeitsgemeinschaften bereits in den letzten Jahren von früher ca. 50 deutlich gesteigert:  Im Wintersemester 2011/12 gab es insgesamt 145 Gruppen à 10 bis 30 Teilnehmern zu fast allen Vorlesungen des 1.-4. Semesters, im Wintersemester 2012/13 sind es sogar noch mehr. Wir versprechen Ihnen, dass wir das Angebot in entsprechender Höhe und Qualität auch künftig aufrechterhalten.

Fast alle Arbeitsgemeinschaften und sehr viele Vorlesungen werden bereits jetzt durch digitalisierte Angebote unterstützt. E-Learning für Juristen steckt allgemein noch in den Kinderschuhen, bei uns wird heftig daran gearbeitet. Auch für die kommenden Jahrgänge werden wir die Präsenzlehre aber keinesfalls dadurch ersetzen, sondern sie vielmehr ergänzen! So werden beispielsweise Übungsmaterialien, Skripte, Fälle und Falllösungen im Internet bereitgestellt, es wird vielleicht Online-Sprechstunden geben, die wir gerade erfolgreich erproben, oder etwa Online-Tests zu Übungszwecken.

Was könnte Ihnen sonst noch Sorge bereiten? Die Ressource „Bücher“. Die sollte Ihnen in der Tat wichtig sein, denn auch im Zeitalter des Internets spielen Lehrbücher und sog. Kommentare für Jura eine große Rolle. Auch insoweit kann ich Sie beruhigen: Wir haben an der Fakultät neben der Universitätsbibliothek und einer großen juristischen zentralen Präsenzbibliothek (dem sog. Hauptseminar) ca. 20 gut ausgestattete juristische Institutsbibliotheken mit zusammen über 1000 Sitzplätzen, in denen nicht nur spezialisierte Literatur steht, sondern in beträchtlichem Umfang auch solche, die Sie in Ihren ersten Semestern brauchen. Dieser Bestand ist seit fünf, sechs Jahren kontinuierlich aufgestockt worden. Selbst falls es im Hauptseminar zu den Stoßzeiten einmal eng werden sollte, können Sie also problemlos in kleinere Bibliotheken ausweichen. Oder Sie reagieren zeitlich flexibel: Das Hauptseminar hat z.B. montags bis freitags bis Mitternacht geöffnet, dazu samstags bis 18 Uhr; die drei größten Institutsbibliotheken stehen abends bis 20 Uhr zur Verfügung, die kleineren in der Regel bis 17 Uhr. Die zentrale Universitätsbibliothek ist sogar sonntags für Sie da! Wenn wider Erwarten weiterer Bedarf entstehen sollte, können wir kurzfristig noch durch verlängerte Öffnungszeiten der Institutsbibliotheken reagieren. Und last but not least ist trotz der oben betonten Bedeutung „echter“ Bücher inzwischen sehr viel Fachliteratur und Rechtsprechung auch über Datenbanken online verfügbar, zu denen Ihnen die Kölner Universitätsbibliothek Zugang verschafft, ohne dass Ihnen dafür zusätzliche Kosten entstehen.

Haben Sie sonst noch Fragen? Dann ermuntere ich Sie, in unseren „normalen“ Informationen für Studieninteressierte zu surfen. Sie werden dabei auf Stichworte wie Einführungswoche für Erstsemester, Propädeutika oder Studienberatung stoßen, und Sie werden feststellen, dass wir seit einem Jahr die Bemühungen um gute und innovative Ausbildung in einem „Kompetenzzentrum für juristisches Lernen und Lehren“ gebündelt haben. Und nicht zuletzt werden Sie feststellen, wie breit aufgestellt und international renommiert die Wissenschaftler unserer Fakultät in der Forschung sind. Klicken Sie sich durch die Seiten einiger Institute, um ein Gespür dafür zu bekommen, wie sie als Lern-, Lehr- und Forschungsgemeinschaften funktionieren! Lernen Sie die Chancen, die Ihnen eine renommierte Fakultät bietet, kennen!

Wenn dann noch Fragen bleiben, wenden Sie sich ohne Scheu an unsere Studienberatung. Frau Povedano Peramato und ihr Team sind speziell darauf vorbereitet, sich Ihrer Belange anzunehmen.

Wir alle freuen uns darauf, Sie demnächst in Köln begrüßen zu dürfen!

Ihr

Prof. Dr. Klaus Peter Berger
(Studiendekan)