Inhalt
Hier finden Sie Erfahrungsberichte zweier Absolventen des Magisterstudiengangs (heute: Bachelorstudiengang).
"Meine vier Jahre im DFM sind eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Es war ein anspruchsvolles und arbeitsintensives Programm, bei dem ich gelernt habe, mich selbst zu disziplinieren und mit anderen zu kooperieren, um gemeinsam erfolgreich zu sein. Dabei habe ich von Grund auf zwei Rechtssysteme, -sprachen, -unterrichtsmethoden und -denkweisen kennen gelernt – ein Blick der weit über die übliche Juristenausbildung hinausgeht. Noch bedeutender sind aber mein bleibender deutsch-französischer Freundeskreis und das tiefe Eintauchen in die französische Kultur, was über jeder Erasmuserfahrung hinausgeht.
Ich wusste es aber auch zu schätzen, dass ich aus der Ausbildung zum Volljuristen, ob in Frankreich oder in Deutschland, mit dem DFM-Abschluss aussteigen konnte. Stattdessen habe ich die breite Palette an Anschlussmöglichkeiten genutzt und am Europakolleg in Brügge Europäische Politik- und Verwaltungswissenschaften studiert. So konnte ich mein juristisches Wissen durch weitere Fachbereiche ergänzen und mich auf Tätigkeiten in internationalen Organisationen spezialisieren. Heute arbeite ich für das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen. Und gerne blicke ich auf meine vier harten, aber erlebnisreichen DFM-Jahre zurück."
Ramesh Da Silva, LL.M. (13. Jahrgang)
Nach dem DFM habe ich einen Master im Völkerrecht an der Universität Leiden in den Niederlanden absolviert. Die Universität Leiden ist eine der besten Universitäten in diesem Bereich. Da der DFM eher privatrechtlich ausgerichtet ist, habe ich zunächst geglaubt, gegenüber anderen Studenten, die sich schon viel früher im Völkerrecht spezialisiert konnten, im Nachteil zu sein. Diese Sorge war jedoch nicht berechtigt. Im Rückblick schätze ich die umfassende und solide Ausbildung im nationalen Recht sehr. Gleichzeitig bietet der DFM aber auch die Möglichkeit verschiedene Bereiche des internationalen Rechts kennenzulernen. Letzteres ist insbesondere in Frankreich der Fall, wo man Kurse im Völkerrecht, Völkerstrafrecht und internationalen Wirtschaftsrecht belegen kann.
Der größte Vorteil des Studiengangs liegt aus meiner Sicht jedoch darin, dass dem Absolventen so viele verschiedene Möglichkeiten zur Fortführung seines Studiums offen stehen. Während dem regulären deutschen Jurastudenten nach 8 Semestern Rechtswissenschaften meist nur eine Wahl bleibt, das erste Staatsexamen, kann man als DFM Student bereits einen anerkannten Hochschulabschluß vorweisen und somit auch andere Wege einschlagen. Diese Wahlmöglichkeiten halte ich vor allem deshalb für wichtig, da man als junger Abiturient oft nur eine vage Vorstellung von seinen wahren beruflichen Interessen hat.
Ich persönlich habe mich nicht nur entschieden, mich im Völkerrecht zu spezialisieren, was in Deutschland nur begrenzt möglich ist, sondern auch als Deutsche die französische Rechtsanwaltsprüfung abzulegen. Zur Zeit absolviere ich meine erste Referendariatsstation im Rahmen der Ausbildung zur Rechtsanwältin in Den Haag am Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien.
Vera Isabelle Lange, LL.M. (14. Jahrgang)
