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Third Mission: Austausch mit Gesellschaft und Praxis

Wer an die Aufgaben der Universität denkt, denkt zuerst an zwei Felder: Forschung und Lehre. Aber die Universitäten haben auch eine weitere, dritte Mission: den interaktiven Wissenstransfer. Das an der Universität neu geschaffene Wissen soll für die Gesellschaft und für die Wirtschaft nützlich und nutzbar sein. Der Transfer geht dabei in beide Richtungen. Die Universität ist stets offen dafür, Impulse aus der außeruniversitären Welt für Forschung und Lehre aufzunehmen. 

 

Die Fakultät als Akteurin in Wissenschaft und Gesellschaft

Das Verhältnis zwischen Gesellschaft und Recht zu erforschen, die Ergebnisse nutzbar zu machen und es final mitzugestalten, betrachtet die Rechtswissenschaftliche Fakultät auch heute noch als den mit der Gründung der Kölner Bürgeruniversität an sie erteilten Auftrag.

Die stetig zunehmende Verrechtlichung der Gesellschaft lässt dabei deren Ruf nach Wissenstransfer durch die Rechtswissenschaft lauter werden. Die Kölner Fakultät gewährleistet praxisbezogene Forschung und sucht stets den Austausch mit anderen Disziplinen und Gesellschaftsakteuren.

Frühzeitig erkennt sie dabei Tendenzen, die von großer Relevanz sind und die rechtlichen Herausforderungen der Zukunft beinhalten. Die Rechtswissenschaftliche Fakultät fördert und begleitet so nicht nur in der juristischen Praxis, sondern in hohem Maße auch in Politik und Gesellschaft die Anwendung und Weiterentwicklung des Rechts.
 

Universität und Praxis - Wissenstransfer auf vielen Ebenen

Forschungstransfer, Weiterbildung und gesellschaftliches Engagement gehen dabei Hand in Hand. Hier spielen die Beratung öffentlicher Einrichtungen (Ministerien, Industrie- und Handelskammern, Außenhandelskammern usw.), von Parlamenten und Gremien, von Gerichten sowie Unternehmen eine wichtige Rolle.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Fakultät wirken insbesondere durch eine der Rechtswissenschaft eigene, auf Transfer angelegte Veröffentlichungsform in die Praxis: die Gesetzeskommentierung. Sie sind aber auch selbst Teil der Praxis. Nicht nur durch Gutachten und Stellungnahmen zu abstrakten Fragen wie konkreten Fällen wirken Sie bei der Gestaltung von Recht und Gesellschaft aktiv mit.

Fakultätsmitglieder prägen auch ganz unmittelbar die Rechtspraxis: Zurzeit sind Professorinnen und Professoren der Fakultät Richterinnen und Richter sowohl am Gerichtshof der Europäischen Union als auch am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Zudem ist ein Mitglied Richterin am Landesverfassungsgericht Nordrhein-Westfalen und gehört ein weiteres Mitglied dem Nationalen Ethikrat an. Weitere Fakultätsmitglieder sind oder waren neben ihrer Tätigkeit in Forschung und Lehre in der ordentlichen Gerichtsbarkeit tätig. Andere treten, etwa als Nebenklägervertreter, in Gerichtsprozessen auf.

Der Austausch zwischen rechtswissenschaftlicher Forschung und der Praxis in Justiz und Anwaltschaft, Wirtschaft und Verwaltung hilft der Universität, die Problemstellungen aus der Praxis zu erkennen und ihnen Lösungen zuzuführen. Er befruchtet auch die Praxis, die so die Lösungen aus der Wissenschaft für sich fruchtbar machen kann. Das geschieht natürlich auch im persönlichen Austausch. Die Fakultät ist dazu Mitveranstalterin vieler Tagungen, die Wissenschaft und Praxis zusammen bringen. Dazu zählen das Kölner Forum Arbeitsrecht, der Sozialrechtstag (Programm 2019 als PDF), der Medizinrechtstag, der Hochschulrechtstag, der Rheinische Restrukturierungszirkel, Veranstaltungen zum Sportrecht und viele mehr.

Wirkung in die Praxis und gesellschaftliches Engagement

Gesellschaftliches Engagement ist ein Anliegen der gesamten Rechtswissenschaftlichen Fakultät. Ein Kombination aus praktischer Anwendung der in der Universität erworbenen Kompetenzen und unmittelbarer Wirkung in der Gesellschaft stellen die "Law Clinics" dar. Hier leisten Studierende der Rechtswissenschaft gemeinsam mit jungen Praktikerinnen und Praktikern unter der Schirmherrschaft von Professorinnen und Professoren der Fakultät Rechtshilfe. Die Refugee Law Clinic Cologne e.V. ist beispielsweise ein Verein, der von Kölner Jurastudentinnen und -studenten gegründet wurde und Migrantinnen und Migranten, insbesondere Flüchtlingen und Asylbewerberinnen und -bewerbern, ehrenamtlich unterstützt. Studierende profitieren dabei davon, dass sie schon während des Studiums zusätzlich vertiefte Kenntnisse in einem Spezialgebiet, dem Asyl- und Ausländerrecht, erwerben, um diese dann, unter der Anleitung erfahrener Praktikerinenn und Praktiker, in der Beratung und Betreuung umzusetzen. Um das Projekt nachhaltig ausbauen und professionalisieren zu können, ist der Verein eng an die Fakultät angebunden. Ein vergleichbares Projekt, das jungen Unternehmen und Gründern zur Seite steht, ist die Corporate Law Clinic.

Den vielfältigen Gebrauch und bisweilen Missbrauch des Nachhaltigkeitsbegriffs haben Kölner Nachwuchs-WissenschaftlerInnen zum Anlass genommen, eine Forschungsgruppe zu gründen – die "Junge Forschungsgruppe Nachhaltigkeit". Ihre Tätigkeit zielt zunächst darauf, den unklaren Begriff der Nachhaltigkeit in der Diskussion mit Repräsentantinnen und Repräsentanten möglichst vieler Disziplinen mit Inhalt zu füllen. Von den so gewonnenen Erkenntnissen ausgehend wollen sie sodann die normativen Anforderungen an Nachhaltigkeit formulieren. Thematisch befasst sich die Junge Forschungsgruppe mit der Nachhaltigkeit im Kontext von Staaten, Gesellschaft, Kultur, Wissenschaft, Wirtschaft, Lebensgrundlagen, Globalisierung, Religion, Ethik und Politik. Mittels regelmäßig stattfindender öffentlicher Vorträge tritt sie auch nach außen hin in Erscheinung.

Lebenslanges Lernen

Der Wissenserwerb endet nicht mit dem Abschluss der Schule, einer Ausbildung, eines Studiums. Die Fakultät begleitet und fördert die Aus- und Weiterbildung auf verschiedene Arten. Neben dem "klassischen Jurastudium", das auf die juristischen Berufe in Justiz, Wirtschaft und Verwaltung vorbereitet, bietet sie Zertifikatsprogramme, weiterführende und Weiterbildungsstudiengänge. Das Angebot reicht vom Zertifikat im US-Recht oder im Osteuropäischen Recht über einen Masterstudiengang im deutschen Recht für im Ausland graduierte Juristinnen und Juristen bis zum Weiterbildungsstudiengang im Unternehmensteuerrecht (Master). Die Fakultät blickt dabei in mehrfacher Hinsicht über den eigenen Tellerrand hinaus: nicht nur internationale, sondern auch interdisziplinäre Zusammenarbeiten bringen die Studierenden voran, etwa beim Zertifikatsprogramm in European Studies oder dem Masterstudiengang in Environmeltal Sciences.